Die Betreuung der Kinder in Schöppingen ist auf einem guten Weg. Die Kindergärten sind gut ausgebaut und eingerichtet. Die Betreuung erfolgt von engagierten Kräften auf hohem Niveau und die Betreuungszeiten sind passend. Auch die Betreuung der Kinder in den Ferien ist durch eine Koordinierung unter den Kindergärten gelöst.
Doch wie sieht es im Schulalltag aus?
Die offene Ganztagsschule leistet hier hervorragende Arbeit mit einem sehr aktiven Team. Es wird eine gute Hausaufgabenbetreuung angeboten und viele Projekte werden immer wieder neu kreiert und durchgeführt. Die Kinder und Eltern sind dankbar für dieses Angebot. Jedoch ist das System nicht rund, auch weil die personellen Kapazitäten absolut ausgelastet sind. Anders als in den Kindergärten gibt es hier keine Lösung für die Ferienzeiten. Bei ca. 60 Arbeitstagen in Ferienzeiten  im Jahr bringt auch der Hinweis auf verschiedene Ferienmaßnahmen im Sommer nichts. Damit ist niemandem wirklich geholfen.
Besonders Alleinerziehende haben ein großes Problem mit der Organisation der Unterbringung ihrer Kinder in den Ferien. Die früher übliche Großfamilie existiert kaum noch. Viele sind tatsächlich absolut auf sich Allein gestellt. Wie soll man da 60 Arbeitstage organisieren bei ca. 25 Arbeitstagen Jahresurlaub? Um es diesen Eltern zu ermöglichen, überhaupt einer geregelten Vollbeschäftigung nachzugehen, brauchen wir eine erweiterte Betreuung der Schulkinder bis zur Klasse 4 und eigentlich darüber hinaus bis zur Klasse 6 auch in den Ferien. Wenn wir von den Eltern verlangen möglichst eigenständig und ohne kommunale bzw. staatliche Dauerunterstützung ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, müssen wir für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Auch in Bezug auf drohende Altersarmut ist eine möglichst Vollbeschäftigung nötig. Es ist vor Altersarmut nur geschützt wer im Regelfall mindestens 30 Wochenstunden arbeitet.
Schaffen wir diese Rahmenbedingungen werden wir weniger Sozialaufwendungen jetzt und in der Zukunft haben. Gleichzeitig machen wir unseren Wohnort Schöppingen attraktiv für junge Familien denn auch an Schöppingen wird der Demographische Wandel nicht vorbei gehen. Der Anteil der 65- bis 79-Jährigen wird von 9,5 % im Jahr 2009 auf 14 % im Jahr 2030 steigen. Der Anteil der ab 80-Jährigen wird sich von 3,4 % auf 6,1 % im gleichen Zeitraum fast verdoppeln. (Quelle Bertelsmann Stiftung)
Wir haben in den letzten Jahren sehr viel in das äußere Erscheinungsbild unserer Gemeinde investiert. Jetzt ist es an der Zeit einen Fokus auf die „inneren Werte“ zu legen.
Wir, die UWG-Fraktion, stellen daher den Antrag, den Schulausschuss zu beauftragen, nach Rücksprache mit der Grundschule, der offenen Ganztagsschule und der Verbundschule, eine entsprechende Bedarfsabfrage durchzuführen. Sollte sich ein Bedarf ergeben stellen wir weiterhin den Antrag, ein entsprechendes Lösungskonzept zu erarbeiten.
Ein Verweis auf einige Ferienmaßnahmen ist dabei nicht ausreichend!
Hinweise: In Ahaus wird jedes dritte Kind auch während der Ferien durch die Schulen betreut. (Quelle: WN)
Eine entsprechende Bedarfsabfrage wird derzeit auch in Gronau vorbereitet obwohl es dort schon eine gut organisierte Abdeckung z.B. in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen gibt. (siehe WN Ausgabe v. 19. November 2011).

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